Kampf gegen die Trockenzeit: Unser Weg zu einer neuen Wasserquelle
Die Trockenzeit im Jahr 2026 hat uns vor extrem harte Proben gestellt. Bereits ab Ende Juli zeigte unser Hauptbrunnen besorgniserregende Symptome: Der Grundwasserspiegel sank so drastisch, dass wir unseren täglichen Wasserbedarf nicht mehr decken konnten.
Wir mussten streng haushalten. Zunächst wichen wir auf das Baden am unteren Brunnen oder in den verbleibenden Wasserlöchern im Flussbett aus. Doch bald schrumpften auch diese Pfützen und der Grundwasserspiegel sank unaufhaltsam weiter. Es war klar: Wir mussten neue Brunnen graben.
Erste Versuche und Hürden am Fluss
Unser erster Versuch führte uns an eine Stelle weit oberhalb und direkt am Fluss. Der große Vorteil hierbei war die geringe Distanz, wodurch wir eine normale Pumpe einsetzen konnten. Der Brunnen war zunächst ein Erfolg: Trotz der Dürre hatten wir etwa 60 cm Wasser! Doch die Freude währte kurz: Wir stießen schnell auf ein hartes Felsbett unter dem Flussbett.
Dennoch blieben wir optimistisch und bestellten Betonringe zur Fassung des Brunnens. Da der Brunnen mitten im Flusswald lag und es keine Zuwegung gab, war uns klar, dass wir die Ringe nach der Lieferung (die einige Wochen dauern sollte) von Hand an Ort und Stelle rollen mussten.
Die Trockenzeit verschärfte sich jedoch rasch weiter. Auch am Fluss fiel der Grundwasserspiegel erneut um die Hälfte. Wir mussten rasch handeln und beschlossen, einen weiteren Brunnen zu graben.
Hoffnungsschimmer dank einer großzügigen Spende
Um langfristig gerüstet zu sein, benötigten wir eine zukunftsfähige Lösung. Dank einer großzügigen Spende konnten wir eine hochspezialisierte Wasserpumpe mit einer Förderhöhe von 64 Metern besorgen – ideal, um Wasser über große Entfernungen und Steigungen zu pumpen. Zusammen mit der Pumpe erhielten wir die benötigten Betonringe sowie ein 120 Meter langes, geeignetes Stromkabel. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön für diese wichtige Unterstützung!
Die HugoMax HM M5-80-075 Mehrstufenpumpe installierten wir vorerst am Trinkwasserbrunnen. Über die bestehenden Leitungen überbrückten wir den Höhenunterschied von etwa 25 bis 30 Metern sowie eine Strecke von 115 Metern hinauf zum Packhaus, wo unser 1.000-Liter-Verteilertank für das Haupthaus steht. Die Pumpe schaffte die Strecke mühelos.
Allerdings gab es eine Einschränkung: Wegen der mehrstufigen Bauweise mit fünf Laufrädern darf die Spezialpumpe unter keinen Umständen Luft ziehen – schon 30 Sekunden Trockenlauf würden sie zerstören. Daher konnten wir immer nur etwa 3 Minuten am Stück pumpen. Das bedeutete für uns: Mehrmals am Tag den Weg hinunter zur Pumpe laufen, für 3 Minuten einschalten und wieder ausschalten.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Nach zwei Wochen Dauerbelastung war klar: Diese Zwischenlösung reichte nicht aus. Wir brauchten einen Brunnen, der mindestens 500 Liter pro Pumpgang liefert – am besten 1.000 Liter am Tag. Zudem waren die älteren, etwas zu kleinen Wasserleitungen an drei Verbindungsstellen undicht, wodurch beim Pumpen zu viel Wasser verloren ging. Für neue Leitungen fehlte uns jedoch das Geld.
- Versuch 2: Wir gruben 10 Meter weiter unten. Wir trafen zwar auf eine Ader, allerdings nur seitlich. Nach unten hin versperrte uns harter Sandstein den Weg.
- Versuch 3 (Alternative): Oberhalb des Fruchtwaldgartens gab es eine Option an einem kleinen Fluss. Das Wasseraufkommen schien gut zu sein, doch die Wasserqualität war durch Unkrautvernichter und Dünger aus der Umgebung belastet – allenfalls als Gebrauchswasser nutzbar. Zudem hätten wir hier 220 Meter weit pumpen müssen und hatten vor Ort keinen Strom.
Materialfrust und ein Rettungseinsatz mit dem Bagger
Endlich trafen die 6 bestellten Betonringe ein. Nach der neuen Lageplanung wollten wir damit zwei Brunnen realisieren. Doch beim ersten Versuch, einen Ring zu dritt vorsichtig zur Einsatzstelle zu rollen, passierte das Desaster: Knack, knack, knack! Der Ring zerbrach an mehreren Stellen und war eigentlich unbrauchbar. Trotz unseres vorherigen Hinweises, dass die Ringe gerollt werden müssen, war die Betonqualität extrem minderwertig – vermutlich aufgrund gestiegener Zementpreise beim Hersteller.
Zum Glück hatten wir bald darauf einen Bagger vor Ort:
- Wir nutzten die Chance am Tag der Abholung des Baggers, um den Brunnen (10 m weiter unten, oberhalb des geplanten Schwimmteichs) zu vergrößern und zu vertiefen, bis wir wieder auf festen Sandstein stießen.
- Der Bagger lud je zwei Betonringe auf den für seinen eigenen Transport herangeschafften Trailer und per Traktor transportierten wir sie nach unten.
- Beim Anheben mit der Kette zeigte sich erneut die schlechte Materialqualität: Die Ringe drohten unter ihrem eigenen Gewicht zu zerquetschen. Zwei brachen an 4 Stellen gleichzeitig und verformten sich stark.
Mit viel Fingerspitzengefühl schaffte es der Baggerfahrer dennoch, die vier verformten Ringe im Brunnen übereinander zu stapeln, mit Erdreich zu umgeben und sie wieder so in Form zu drücken, dass keine großen Lücken entstanden.
Handarbeit kurz vor dem Regen: Der Durchbruch!
Jetzt begann die feine Nacharbeit. Ich rührte eine sehr starke Mörtelmischung an, um den Brunnen von innen auszubessern und die Elemente fest miteinander zu verbinden.
Im Wettlauf mit dem aufziehenden Regen grub ich das Fundament unter dem untersten Ring weiter auf und goss per Hand eine solide Betonbarriere. Während der Beton aushärtete, musste ich alle 30 Minuten das nachfließende Wasser mit Eimern herausschöpfen.
Am nächsten Tag folgte der finale Schritt: Mit einer Eisenstange gelang es mir, den harten Sandstein am Brunnenboden an einigen Stellen aufzubrechen. Und dann passierte es: Wir stießen auf eine Wasserader im Sandstein!
Das Ergebnis: Endlich wieder ausreichend Wasser
Nachdem der Brunnen gesäubert war, ließen wir das Wasser nachlaufen. Das Ergebnis war fantastisch: Etwa 800 Liter Ausbeute pro Tag!
Wir versetzten die Spezialpumpe weiter nach unten, verlängerten die Wasserleitungen und kauften noch 15 Meter Stromkabel nach, um die Entfernung zu überbrücken.
Beim ersten Probelauf drückte die Pumpe das Wasser ohne jegliche Probleme den Hang hinauf in den Verteilertank des Packhauses. Auch wenn das Wasser anfangs noch etwas trüb war, ist die Freude riesig. Wir können nun einmal am Tag für 15 bis 30 Minuten pumpen und fördern damit zuverlässig 500 bis 1.000 Liter frisches Wasser.
Ein langer, kräftezehrender Kampf geht damit erfolgreich zu Ende – unsere Wasserversorgung ist vorerst gesichert!
Die letzten zwei Ringe verbleiben zunächst am Packhaus, da vier Ringe völlig ausreichend sind für diesen Brunnen. Wir überlegen die weiteren zwei Ringe einfach trotzdem zu rollen (Brunnen oberhalb des Fruchtwaldgartens) und dann nochmal mit Mörtel zu überputzen sobald sie vor Ort sind. Denn der Bagger war auch keine gute Alternative – Die Ringe sind beim anheben alle gebrochen.










